Family life, Featured, Food, Lifestyle

What makes you healthy – Ein Ernährungsexperiment

6. März 2017

Dass Dokus Leben verändern können, davon hatte ich schon gehört. Dass eine mein Leben verändern würde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Hier aber zunächst eine kleine Vorgeschichte:

Vor einigen Wochen schaute mein Mann morgens, weil er früh aufgewacht war und nicht mehr schlafen konnte, eine Dokumentation, die ihn so sehr fesselte, dass er mich direkt nach dem Aufstehen überzeugte, sie noch einmal mit ihm anzuschauen. Gesagt-getan. So sah ich mich also noch vor meinem Frühstück mit der bahnbrechenden Dokumentation „Food Choices“ des Filmemachers Michal Siewierski konfrontiert. Er begibt sich hierin auf eine dreijährige Reise, um die Wahrheit über unsere Ernährungsgewohnheiten zu enthüllen und die Auswirkungen zu untersuchen, die diese auf unsere Gesundheit, die Gesundheit unseres Planeten und das Leben anderer Spezies haben. So viel möchte ich schon einmal vorwegnehmen: Er kommt zu dem Schluss, dass es für Menschen eigentlich nur eine optimale Art gibt, sich zu ernähren – und zwar die rein pflanzenbasierte. Viele Fakten, die er liefert, waren für uns durchaus nicht neu. Allerdings führte er alles in einer so eindrücklichen Weise zusammen, dass wir, erschüttert und wachgerüttelt, den Entschluss fassten, die ganze Sache einmal auf den Prüfstand zu stellen und uns über einen längeren Zeitraum auf diese Weise zu ernähren. Das Besondere an unserer Geschichte ist, dass ausgerechnet mein Mann, ein Fleischliebhaber par excellence, vorschlug, dieses Experiment zu wagen.

Tatsächlich brach an besagtem Morgen etwas auf – etwas, das schon lange in meinem Bewusstsein (und offensichtlich auch ihn dem meines Mannes) herangereift war. Seit vielen Jahren weiß ich, dass sich etwas an meinem Lebensstil und vor allem an meiner Ernährung ändern muss. Es mangelte auch in der Vergangenheit nie an Versuchen, diese Veränderung herbeizuführen, jedoch scheiterte es immer und immer wieder an der (langfristigen) Umsetzung. Bereits vor der Geburt meiner kleinen Tochter im Juli vergangenen Jahres habe ich immer wieder, im Prinzip die meiste Zeit meines Lebens, mit meinem Gewicht gekämpft. Hinzu kamen in den letzten Jahren vermehrt Haut- und Haarprobleme, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und etwas, das ich, weil mir der Begriff so gut gefällt, „brain fog“ („Vernebeltes Gehirn“) nennen werde. Es beschreibt recht anschaulich das vor allem nachmittägliche Bild in meinem Kopf, man könnte es natürlich auch einfach Unkonzentriertheit nennen, wobei es tatsächlich mehr ist als das. All diese Punkte und darüber hinaus noch einige mehr wurden in „Food Choices“ und all den weiteren Dokus, die wir uns in den vergangenen Wochen angesehen haben, in einer Eindrücklichkeit thematisiert, die uns quasi zum Handeln zwang.

Vor meiner Schwangerschaft wog ich bei einer Größe von 1,65m etwa 65 kg. Dies schwankte immer wieder +/- 3kg. Als ich etwa Mitte 20 war, nahm ich während eines Aufenthaltes in den USA in relativ kurzer Zeit sehr viel Gewicht zu, das ich von diesem Zeitpunkt an auch nie wieder langfristig von den Rippen bekam. Vor meiner „Bitte-einmal-alles-mit-Käse-Kur“, wie mein Ehemann dieses kulinarisch und ernährungstechnisch durchaus fragwürdige Intermezzo liebevoll nennt, wog ich etwa 53 kg und fühlte mich beim Anblick meines Spiegelbildes sehr wohl. Dennoch hatte ich auch damals trotz regelmäßigem Sport stets Mühe, mein Gewicht zu halten und fühlte mich selten rundum gesund, fit und vital. Der Grund dafür ist sicherlich vor allem in den zahlreichen Diäten zu finden, von Low Carb bis Low Fat und alle anderen jemals erprobten, die ich bis heute ausprobiert habe.

In all den Jahren hatte ich jedoch nie in Betracht gezogen, alle tierischen Produkte von meinem Speiseplan zu streichen. Ehrlich gesagt erschien mir ein Leben ohne Käse auch bisher sinnlos. Auf Fleisch zu verzichten, ist mir nie schwer gefallen, auch wenn ich zugegebenermaßen ein gutes Steak oder auch einen Burger durchaus zu schätzen weiß…oder müsste ich jetzt sagen „wusste“? Tatsächlich hielt sich mein Fleischkonsum (ganz anders als der meines Mannes) sowieso in der Regel sehr in Grenzen. Dafür schienen jedoch andere Lebensmittel, v.a. Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Eiscreme bisher unverzichtbar. Auch jetzt muss ich zugeben, dass der Gedanke, auf all dies zu verzichten, mir etwas Unbehagen bereitet. Sollte es aber tatsächlich so sein, wie zahlreiche Ernährungsexperten behaupten und Milch nichts anderes ist als „liquid meat“ (flüssiges Fleisch), dann wird es höchste Zeit, sich nach Alternativen umzusehen.

Vor einigen Tagen, am 01. März, haben wir nun also das Experiment begonnen – 122 Tage (oder 4 Monate) ausschließlich pflanzliche Kost. Ich bin unglaublich neugierig und möchte unbedingt wissen, was diese Art der Ernährung mit meinem Körper und vielleicht auch meiner Seele macht. Denn die Entscheidung, „plant based“ (warum hört sich das auf Englisch eigentlich so viel besser an?) zu leben, hat nicht nur einen gesundheitlichen Aspekt. Aber auf die ethischen Beweggründe werde ich in einem späteren Artikel noch detaillierter eingehen. Mein Mann wird erst einmal die Hälfte des Weges mit mir gehen und dann entscheiden, ob und wie lange er weitermacht. In den kommenden Wochen und Monaten möchte ich euch gerne mit auf diese sicher spannende, mitunter wahrscheinlich anstrengende und möglicherweise überraschende Reise nehmen. Ich werde alle Erkenntnisse und Einsichten mit euch teilen und die Herausforderungen und Ergebnisse ehrlich offenlegen. Wenn ihr Fragen an mich habt, zögert bitte nicht sie loszuwerden! Ich freue mich auch immer über euer Feedback!

Im nächsten Blogartikel kommenden Mittwoch verrate ich, warum wir nicht „vegan“ leben werden. Außerdem gibt es noch jede Menge Fakten und Details über uns und unser Vorhaben.

Falls ihr euch für die oben genannten Dokumentationen interessiert, habe ich euch hier eine kleine Liste zusammengestellt:

  1. Food choices – Dokumentation, 2016
  2. Fat, sick & nearly dead – Dokumentarfilm, 2010
  3. Fat, sick & nearly dead 2 – Dokumentarfilm, 2014
  4. Forks over knives – Dokumentarfilm, 2011 (auf Deutsch “Gabel statt Skalpell“)
  5. The Engine 2 Kitchen rescue – Dokumentarfilm, 2011

Ich wünsche euch eine gesunde & erfolgreiche Woche!

Much LOVE…Eure Ina

P.S.: I’m working on the English vershion. It’ll be uploaded very soon – I promise! Thank you tons for your patience!

You Might Also Like

1 Comment

  • Reply Natalie 6. März 2017 at 15:54

    Hallo Ina, ein wirklich spannendes und sicherlich lohnenswertes Projekt, ich bin sicher ihr drei werdet es sehr bald sehr genießen. Ich selbst bin seit ein paar Jahren Vegetarierin, mein Freund versucht aus gesundheitlichen Gründen eine Paleo-Diät einzuhalten. Egal mit welchem Ansatz, es ist einfach ein tolles Gefühl, sich mit dem was man isst gründlich auseinander zu setzen… Ich freue mich schon sehr auf deine Erfahrungsberichte! Einen herzlichen Gruß, Natalie

  • Leave a Reply